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Börsengeschichte Folge 4: Inflation

7. Februar 2020

Inflation führt dazu, dass für die gleiche Menge Geld weniger Ware gekauft werden kann – oder anders herum: Für die gleiche Menge Ware muss mehr Geld ausgegeben werden.

Früher gab es für 2 Euro 2 Kugeln Eis, heute 1 Kugel und 70 – 80 Cent zurück. In einigen Jahren erhalten wir für 2 Euro nur noch 1 Kugel Eis.

Aber Inflation ist an sich nicht unbedingt schlecht. Sie erlaubt es Unternehmen gestiegene Kosten für die Produktion von Waren auf den Verbraucher zu überwälzen. Wenn z.B. Rohstoffe teurer werden oder Löhne steigen, muss das Unternehmen seine Preise erhöhen, weil es andernfalls langfristig pleite geht. Darum sagt man: Inflation bietet Preisüberwälzungsspielraum. Nach aktueller Sicht der EZB sind 2% Inflation sogar wünschenswert.

Im Oktober 1923 erreichte die Inflation in Deutschland eine bis dahin unbekannte Höhe: 0,8 % pro Stunde! Es gab Scheine zu 10 oder 100 Millionen Mark und noch mehr, mit denen Kinder zwei Wochen später auf der Straße bündelweise spielten, da sie nichts mehr Wert waren (der Preis für Brot hatte sich in dieser Zeit verachtfacht).

Notenbanken oder Zentralbanken haben (u. a.) die Aufgabe, uns vor solchen zu hohen Inflationsraten zu schützen und dieser Aufgabe kommen sie mit ihren alltäglichen Geschäften nach.

Der größte Teil der Verantwortung liegt aber bei der Politik, denn auch eine Noten- oder Zentralbank ist nicht allmächtig und kann nur begrenzt (dagegen)steuern!


Autor/in

Alois Sattler

In dem regelmäßigen Videoformat Börsengeschichte werden die Börsen-Themen mit Humor und einem Augenzwinkern präsentiert – auch vor Kostümen scheue ich mich nicht.

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