Themen-Wunsch?

Die fiesen Tricks der Internetbetrüger in der Corona-Krise und wie ihr euch schützen könnt

6. April 2020

Die neuen Tricks der Corona-Kriminellen

Der Betrug im Internet steigt seit der Corona-Krise enorm an. Eine Straftat, die durch das Netz anonymer wirkt als ein Handtaschen-Diebstahl, aber dennoch ein Angriff ist  wirtschaftlich betrachtet oft mit gravierenden Folgen. Die Angst vor dem Coronavirus und ein soziales Leben, das sich durch die Krise fast ausschließlich im Netz abspielt  davon profitieren Cyberkriminelle. Warum Betrug im Internet aktuell dramatisch zunimmt und wie ihr euch schützen könnt haben wir im Blog-beitrag für euch zusammengefasst.

Corona-Phishing-Mails

„Corona“ oder „Covid-19“ steht derzeit im Betreff vieler Spam-Mails. Die Mails versprechen Information über das Virus und Maßnahmen, mit denen man sich dagegen schützen kann. Die Absender sind den Adressaten entweder unbekannt oder geben sich als bekannte Unternehmen aus, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. 

Die Betrüger fordern in der Mail dazu auf, in den Anhang oder auf einen bestimmten Link im Text zu klicken. Doch statt der erhofften Hilfe zum Schutz vor Infektion oder den Tipps zur Sicherheit des eigenen Kontos bekommen die Opfer Schadsoftware, sogenannte Malware.

Viren, Trojaner und andere gefährliche Software zerstören die Programme, übernehmen selbst die Führung über diese, sperren den Rechner oder spähen Daten aus. Das können zum Beispiel Kontodaten sein, mit denen die Hacker an das Geld der Betroffenen kommen. Es können aber auch sensible Unternehmensdaten sein, insbesondere wenn Personen aus dem Homeoffice darauf über ungesicherte Netzwerke zugreifen.

Das Strafgesetzbuch (StGB) erkennt im Ausspähen von Daten ein schweres Verbrechen. Laut StGB § 202a wird das Ausspähen von Daten mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder mit Geldstrafe bestraft.

Fake-Webseiten zum Virus

Seit Januar wurden außerdem enorm viele Domains rund um das Thema „Corona-Krise“ angemeldet. Darunter sind jedoch nicht nur ehrliche Anbieter. Sogenannte Fake-Webseiten nutzen Namen und Design seriöser Seiten wie des Robert-Koch-Instituts oder der Weltgesundheitsorganisation WHO. So glauben sich die Nutzer in Sicherheit. Hinter der Fake-Seite verstecken sich allerdings Betrüger, die Daten abgreifen wollen. Opfer werden zum Beispiel aufgefordert, zum Schutz vor dem Coronavirus ihre Adresse und Kontodaten einzugeben.

Fake-Webshops wiederum bieten aktuell schwer zu bekommende Produkte zu Schleuderpreisen an. Das Geld muss dann per Vorauszahlung überwiesen werden. Die Produkte werden allerdings nie verschickt. Auch Passwörter und PINs werden auf Fake-Webseiten immer wieder abgefragt. Diese nutzen die Cyberkriminellen für Echtzeitüberweisungen.

Betrug bei der Geldanlage

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnen schon länger vor Betrugsversuchen bei der Geldanlage im Internet. Die Cyberkriminellen bringen die Nutzer mit großen Versprechen dazu, auf einer falschen Handelsplattform Geld „anzulegen“. Anhand falscher Online-Konten werden den vermeintlichen Anlegern Gewinne ausgewiesen. Diese sollen sie dazu bringen, noch mehr Geld einzusetzen.

Tatsächlich wird das Geld aber nie einer Anlage zugeführt, das gesamte Unternehmen ist eine Täuschung. Durch die Corona-Krise sind die Menschen nun einerseits besonders viel im Internet unterwegs. Andererseits sind viele mit finanziellen Engpässen konfrontiert und dadurch besonders empfänglich für solche Versprechen. Die Betrüger haben dadurch ein leichtes Spiel.

Der neue alte Enkel-Trick

Ganz ohne Internet kommt in der Regel der Enkel-Trick aus. Die Kriminellen setzen sich telefonisch mit älteren Menschen in Verbindung und geben sich als deren Enkel in Notlage aus. Weil sich diese mit dem Coronavirus infiziert hätten, bräuchten sie dringend Geld für Behandlungskosten und Medikamente. Das Ziel: die Opfer dazu bringen, bei ihrem Institut Geld für die vermeintlichen Enkel abzuheben und den Betrügern zu übergeben.

Das Bundeskriminalamt und die Hamburger Sparkasse Haspa warnen davor, dass aktuell häufig Corona-Abwandlungen des alten Tricks versucht werden. Die Haspa-Mitarbeiter sind darauf geschult, die neue Masche zu erkennen. Tatsächlich konnten sie dadurch bereits mehrere solcher Betrugsfälle aufdecken und damit finanzielle Schäden der Kundinnen und Kunden verhindern.

9 Dinge, die ihr jetzt beachten sollten, um sich und andere vor Cyberkriminalität zu schützen

  1. Seit misstrauisch, wenn fremde Personen persönliche Daten einfordern, Produkte zu Schleuderpreisen anbieten oder Hilfe einfordern. Natürlich ist es gut und wichtig, während der Corona-Krise besonders hilfsbereit zu sein! Doch prüft immer sachlich die Fakten, um Cybercrime nicht zu unterstützen.
  2. Öffnet keine E-Mails völlig fremder Personen. Klickt auf keinen Fall auf Links, die euch fremde Menschen ungefragt per Mail schicken. Löscht die Mails, ohne die Anhänge geöffnet zu haben. Seid auch bei E-Mails von Unternehmen vorsichtig. Seid ihr euch unsicher, ob eine unserer E-Mails echt oder fake ist? Fragt gerne direkt telefonisch bei eurem Sparkassen-Berater!
  3. Nutzt eine seriöse, stets aktuelle Software zum Virenschutz – insbesondere für die Arbeit im Homeoffice. Achtet darauf, ob euer Computer plötzlich langsamer wird oder häufig abstürzt. Das kann ein Zeichen für eine Infektion mit Malware sein.
  4. Verwendet für beruflich sensible Kommunikation im Homeoffice keine unverschlüsselten E-Mails, ungesicherten Video-Telefonanbieter wie Skype und unverschlüsselten Chats. Besprecht am besten mit eurem Arbeitgeber, welche Möglichkeiten ihr im Homeoffice während der Corona-Krise nutzen könnt.
  5. Bestellt möglichst keine Produkte auf Web-Shops, die ihr nicht kennt. Vertraut auch nicht blind auf gute Bewertungen, die direkt auf der Webseite stehen. Sie lassen sich einfach fälschen. Googelt lieber die Facebook- oder Instagram-Seite des Unternehmens, um echte Rückmeldungen zum Unternehmen zu sehen. Achtet dabei vor allem auf die Anzahl an negativen Bewertungen. Eine Registrierung auf Trusted Shops spricht für ein Portal.
  6. Gebt beim Online-Shopping nie eure Bankdaten auf Seiten ein, in deren bei der URL vor dem „www“ kein „https“ steht. Also zum Beispiel: https://www.sparkasse.de. Das „s“ am Ende steht für eine gesicherte Verbindung. Ihr erkennt es auch am Schloss-Symbol ganz links in der Adressleiste. Schließt aber nicht umgekehrt darauf, dass eine Seite automatisch seriös ist, weil sie ein Schloss-Symbol hat. Auch Phishing-Seiten können eine gesicherte Verbindung haben
  7. Verwendet ausschließlich sichere Passwörter. Ändert ein Passwort sofort, wenn ihr glaubt, dass es in die falschen Hände geraten sein könnte. Gebt Passwörter nie an Dritte weiter und verschickt diese niemals per Mail.
  8. Glaubt bei der Geldanlage keinen horrenden Versprechen ominöser Quellen im Internet. Wendet euch an die Finanzberater der Institute, die ihr kennt.
  9. Sprecht mit eurer Familie über Maßnahmen zum Schutz vor Cyberkriminalität. Je mehr Menschen aufgeklärt sind, desto weniger Chancen haben die Betrüger.

Was ihr tun sollten, wenn ihr Opfer von Internetkriminalität geworden seid

Wichtig ist, dass ihr sehr schnell handelt. Wendet euch an die Polizei, wenn ihr von einem Internetverbrechen betroffen seid. Wählt dafür die 110.

Befürchtet ihr, dass Cyberkriminelle die Daten eures Online-Bankings oder eurer Sparkassen-Card ausgespäht haben? Dann meldet euch umgehend bei uns oder beim zentralen Sperr-Notruf 116 116, um eure Karte und euer Online-Banking sperren zu lassen.


Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name *

E-Mail *

Kommentar *

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkenne diese an. *