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Der Enkeltrick – eine altbekannte und doch brandaktuelle Betrugsmasche – Teil 1

13. Januar 2021

Der Enkeltrick ist eine altbekannte Betrugsmasche, die aber auch gerade in der aktuellen Zeit immer wieder auftaucht. Wir wollen euch und eure Familien sensibilisieren, damit wir gemeinsam mit dem richtigen Verhalten solche Betrugsfälle verhindern können.

Die Täter gehen immer wieder nach dem gleichen Muster vor. Ein vermeintlich naher Angehöriger, meist ein Enkelkind, ruft das Opfer an und gaukelt eine Notlage vor. Im Fokus der Täter stehen dabei Senioren, die schon älteren Jahrgangs sind und gerne auch alleine oder maximal zu zweit wohnen. So wird oft vom vermeintlichen Angehörigen erwähnt, dass man kurzfristig Geld benötigt, da man z. B. ein Auto kaufen will, über die eigenen Rücklagen aber erst in ein paar Tagen verfügen kann, jedoch das Geld zur Anzahlung taggleich benötigt würde. Das Geld wird dabei immer von einem Boten abgeholt, der auch angekündigt wird. Teilweise bietet man den Senioren auch an, ein Taxi für die Fahrt zur Bank zu schicken. Oft wird das Opfer schon auf dem Weg zur Bank und zurück von den Tätern überwacht und auch schon am Telefon massiv unter Druck gesetzt.

In der Zeit der aktuellen Corona-Pandemie wird dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt, indem weiter Druck aufgebaut wird:

„Ich bin in Quarantäne und benötige dringend Geld!“

So oder so ähnlich versuchen Kriminelle, bevorzugt ältere Menschen dazu zu bewegen, hohe Geldbeträge an Fremde zu übergeben. Mit mehr oder weniger dramatischen Telefonanrufen wird der Eindruck erweckt, ein Familienangehöriger oder ein guter Freund befände sich aufgrund des Corona-Virus in Quarantäne oder im Krankenhaus und benötige nun ganz dringend eine große Summe Bargeld. Zum Beispiel für Medikamente oder andere wichtige Ausgaben. Natürlich könne die (angeblich) infizierte Person das Geld nicht selbst abholen. Weil es aber so eilig ist, würde gleich ein guter Bekannter vorbeikommen. Im Nachhinein stellt sich fast immer heraus, dass weder der Anrufer in Quarantäne oder im Krankenhaus ist, noch ein Verwandter oder Freund irgendetwas mit der Sache zu tun hat. Das übergebene Bargeld ist aber – oft unwiederbringlich – verloren.

Gegen den Enkeltrick kann man sich schützen

Falls ein Anruf bei euch eingeht, der in der o. g. Art und Weise abläuft, solltet ihr grundsätzlich misstrauisch sein. Ein längeres Gespräch sollte unbedingt vermieden werden. Die Täter agieren am Telefon sehr geschickt und werden immer wieder versuchen, möglichst viel emotionalen Druck aufzubauen, teilweise auch in mehreren Anrufen. Ihr solltet das Gespräch schnell unter einem Vorwand beenden und um späteren Rückruf bitten. Anschließend nehmt ihr am besten Kontakt zu einem anderen Familienangehörigen auf und besprecht den Vorfall. Hier klärt sich oft sehr schnell, ob an der Geschichte wirklich etwas dran ist. Achtet bei der familieninternen Rücksprache immer darauf, dass ihr eine Telefonnummer anruft, die euch schon bekannt ist. Nutzt bitte niemals eine Rufnummer, die die Täter am Telefon genannt haben, denn da meldet sich immer nur ein weiterer Krimineller. Falls keine Möglichkeit besteht mit einer anderen persönlich bekannten Person Rücksprache zu halten oder wenn ihr selbst schon den starken Verdacht habt, dass der Anruf durch Betrüger erfolgte, ist es sinnvoll sofort bei der Polizei anzurufen.

Sprecht mit älteren Angehörigen über den Enkeltrick

Da gerade ältere Menschen im Fokus der Täter stehen, ist es sehr wichtig, dass jüngere Familienangehörige das Thema aktiv ansprechen. Im ersten Augenblick kann es hilfreich sein, Eltern, Großeltern und andere ältere Familienmitglieder in entspannter Atmosphäre über das Vorgehen der Täter aufzuklären. Wer im Vorfeld informiert ist, wie solche Anrufe ablaufen, lässt sich wohl nicht so leicht überrumpeln und kann souveräner damit umgehen. Gut ist es auch, eine bestimmte Vorgehensweise bei einem verdächtigen Anruf zu vereinbaren. Wer aus eurem familiären Umfeld ist wann und unter welcher Telefonnummer erreichbar? Was müsst ihr tun, wenn ein Anruf eingeht? Sind die Telefonnummern der nahen Angehörigen noch aktuell und im Fall der Fälle schnell greifbar? Ein Notizzettel neben dem Telefon oder an einer anderen markanten und bekannten Stelle mit den wichtigsten Informationen reicht oft schon aus.

Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Beratungszentren und Filialen sind sensibilisiert und sprechen euch bei einem möglichen Betrugsverdacht immer darauf an. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Täter keine Chance haben. Auch nicht in Zeiten des Coronavirus!


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